Bildung und Orientierung

Lernen und Bildung auf ganz andere Art erleben. Zeit zu haben, die eigenen Standpunkte zu überprüfen. Orientierung in sich finden, durch den Austausch mit Menschen aus unterschiedlichen Lebenswelten. Durch das praktische Tun Erfahrungen sammeln, diese reflektieren und daraus neue Erkenntnisse gewinnen für das eigene Leben.  

Dies und noch viel mehr passiert mit Unterstützung durch die pädagogische Begleitung,  vor Ort und auf den begleitenden Bildungsseminaren. Mindestens 25 Bildungstage bei 12 Monaten BFD werden durch das Diakonische Werk Bayern als Träger des BFDs organisiert. Davon werden 20 Tage in eigener Verantwortung durchgeführt und verpflichtend für alle Freiwilligen finden 5 Tage in den Bildungszentren des BAFzA als politische Bildung statt. Verzahnt werden die individuellen Lernprozesse mit der fachlichen und persönlichen Anleitung innerhalb der Einsatzstellen.

Im Mittelpunkt steht dabei die Förderung der jeweiligen individuellen Kompetenzen in persönlichen und sozialen sowie fachlich und praxisrelevanten Themenfeldern.

Gesetzliche Grundlage sind die Vorgaben aus dem Bundesfreiwilligendienstgesetz (§ 4 Absatz 1-5 BFDG).

Im BFD werden in festen Seminargruppen fünftägige Seminare angeboten, die sich in ein Einführungsseminar, ein politisches Seminar, ein Zwischenseminar und ein Abschlussseminar aufgliedern.

Der inhaltliche Schwerpunkt der Seminare orientiert sich an übergreifenden Themenkomplexen:

  • Persönlichkeitsbezogen
  • Arbeitsweltbezogen
  • Sozial
  • Politisch 
  • Ethisch
  • Reflektion von erlebtem Handeln

Es fließen die Interessen und Bedürfnisse der Teilnehmenden in die Gestaltung und Inhalte der Bildungsseminare ein.

Im Rahmen ihrer Seminartage nehmen alle Bundesfreiwilligen verpflichtend an einem fünftägigen Seminar zur Politischen Bildung (in den ersten 6 Monaten des BFDs und innerhalb von Bayern) teil (§ 4 Abs.4 BFDG).

"Die Demokratie  ist angewiesen auf engagierte, aufgeklärte Bürgerinnen und Bürger, die sich selbstbewusst und verantwortungsvoll in Politik und Gesellschaft einbringen." Dieses  Seminar liegt in der Verantwortung der staatlichen Bildungszentren des Bundesamts für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben - allerdings werden die Freiwilligen auch hier von pädagogischen Fachkräften vom Diakonischen Werk Bayern vor Ort begleitet.

Solche und ähnliche Fragen sind Gegenstand des Seminars:

  • „ Wie stehen meine alltäglichen Entscheidungen in Verbindung mit anderen Menschen hier und weltweit?
  • Politische Zusammenhänge sind oft verwirrend – Wie komme ich zu einem eigenen Urteil in politischen Fragen?
  • Wie kann ich die Gesellschaft mitgestalten und Verantwortung übernehmen?“

Welche politischen Themen im Einzelnen behandelt werden, entscheiden die Teilnehmenden. Aktuelle politische Geschehnisse werden dabei berücksichtigt.

(aus: Flyer –pädagogische Begleitung vom BAFzA)

Alle Freiwilligen, die während des 4.Seminars im Dienst sind, können sich aus einem Angebotspool ein Thema ihrer Wahl aussuchen.

Folgende Themen können zur Wahl stehen:

  • Kreative Gestaltung
  • Theaterpädagogik
  • Walk away
  • Evangelischer Kirchentag
  • Erlebnispädagogik
  • Pilgern: "Ich bin dann mal weg!"
  • Pflege
  • Spirituelles Bergwandern
  • Medienpädagogik

Jeder Freiwillige bekommt von Anfang an eine Fachkraft aus den Einsatzstellen als Anleitung sowie eine pädagogische Fachkraft aus dem Referat Freiwilligendienste als pädagogische Begleitung zur Seite gestellt.

Gleich in den ersten Tagen erhalten die Freiwilligen von den pädagogischen Anleitungen sowohl eine intensive fachliche Einweisung als auch in der Zeit vor dem ersten Seminar eine Unterstützung im Zurechtfinden der zumeist ungewohnten "Arbeitswelt". 

Als ein weiterer wichtiger und zentraler Bestandteil der pädagogischen Begleitung finden die Bildungsseminare und Bildungstage statt. Sie werden größtenteils im Verantwortungsbereich der pädagogischen Fachkräfte des Referats Freiwilligendienst organisiert und durchgeführt. Alle Fachkräfte der pädagogischen Begleitung unterstützen auch die Freiwilligen individuell in den verschiedenen Phasen des Diakonischen Projekts.   

Des weiteren gehört mindestens ein Besuch der Freiwilligen in der jeweiligen Einsatzstelle durch den pädagogischen Verantwortlichen des Trägers dazu.

Ziel des Besuchs ist in erster Linie, die Freiwilligen im Umfeld des Arbeitsalltags zu erleben und den persönlichen und fachlichen Einsatz wertzuschätzen.

Themen u.a. sind:

  • Aktuelle Arbeitssituation
  • Kontakt der Anleitung zu den Freiwilligen und Reflektion
  • Rahmenbedingungen des Arbeitsalltags
  • Persönliche Situation der Freiwilligen
  • Schwierigkeiten, Konflikte und Konfliktlösungsstrategien

Bei Bedarf kann jederzeit Kontakt zu der pädagogischen Begleitung aufgenommen werden.

Im BFD beim Diakonischen Werk möchten wir den Freiwilligen die Möglichkeit geben, sich im Rahmen ihrer regulären Arbeitszeit im weiten Feld der Projektarbeit zu erproben und erste Erfahrungen zu sammeln.

Dabei entwickeln die Freiwilligen selbständig eine Projektidee, welche in der Einsatzstelle vor Ort und/oder unter Einbeziehung der Zielgruppe der jeweiligen Einrichtung umgesetzt wird.

Das verstehen wir unter einem Diakonischen Projekt: Eine wertvolle Erfahrung für die Freiwilligen und zugleich eine Bereicherung für sie selbst, die Einsatzstelle und die zu begleitenden Menschen!

Warum wird ein Diakonisches Projekt durchgeführt? Für wen ist das denn?

Wenn man ein Geschenk als Metapher für das Diakonische Projekt hernimmt, ist es zum einen für die Freiwilligen selbst, denn sie haben hierbei die Möglichkeit

  • ihre eigenen Ideen, Interessen und Stärken in ihren Arbeitsbereich einzubringen
  • bereits vor einem regulären Arbeitsverhältnis Erfahrungen in der Projektarbeit zu sammeln
  • Hauptamtliche miteinzubeziehen und von deren Erfahrungen zu profitieren
  • Netzwerke zu knüpfen, wenn z.B. Schüler, Konfirmanden oder andere Einrichtungen in das Projekt miteingebunden werden
  • den Mitarbeitern/Bewohnern der Einrichtung ein besonderes Erlebnis zu bereiten
  • einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen
  • eine Projektbestätigung für spätere Bewerbungen zu erlangen

Auch die Einrichtungen vor Ort profitieren von den Diakonischen Projekten der Freiwilligen und unterstützen die Projektarbeit gerne. Soweit vorhanden und erforderlich, tun sie dies auch mit personellen und/oder materiellen Ressourcen. Für die Planung, Organisation und Durchführung der Projekte werden die Freiwilligen von der Arbeit freigestellt. Die Einsatzstellen begrüßen die Diakonischen Projekte, weil

  • sie dadurch in der Öffentlichkeit auf sich aufmerksam machen (z.B. durch Zeitungsberichte, Radiobeiträge, Werbeflyer und Poster)
  • sie zur Begegnungstätte werden können, wenn Feierlichkeiten, Weihnachtsmärkte oder Konzerte dort stattfinden
  • sie dadurch Angebote außerhalb der Regel durchführen; das schärft die Sinne und bringt frischen Wind in die Einrichtung
  • die Ideen und Aktionen der Freiwilligen positives Feedback hervorrufen und Freude bereiten
  • Wiederholungen erwünscht sind!

Nicht zuletzt die Menschen in den Einrichtungen, die Senioren, die Kinder und Jugendlichen in Kitas, Schulen, Jugendclubs, die Menschen in Behindertenwerkstätten, um nur einige wenige zu nennen, können die Diakonischen Projekte als Bereicherung empfinden, weil

  • sie erleben, dass sich die Freiwilligen exklusiv für sie Zeit nehmen 
  • etwas besonderes mit ihnen unternommen wird, ein Angebot außerhalb des regulären Wochenplans stattfindet
  • sie ggf. noch viele Jahre später von den realisierten Projekten profitieren, wie z.B. durch die Kooperationen mit Schulen, Diakonsiches Lernen, von einem angelegten Beet oder Gartenteil, Wandverschönerungen, einer Sitzecke, Holzspielzeug etc.

Viele gute Gründe für ein Diakonisches Projekt!

Auf dem Weg zu Ihrem individuellen Projekt lassen wir Sie selbstverständlich nicht alleine! Die hauptamtlichen Mitarbeitenden des Diakonischen Werkes unterstützen die Freiwilligen dabei: Persönlich auf den Seminaren, telefonisch oder per E-Mail und ggf. vor Ort in der Einsatzstelle. Gerne geben wir Hilfestellung!